Was kann ich im Herbst für meinen Garten tun?

Bildquelle: https://www.gartenfrosch.com/allgemein/der-garten-im-herbst-zeit-fuer-veraenderungen

Herbst (Oktober, November, Dezember)

Die Winterzeit nähert sich, was kann ich für meinen Garten noch tun: Nachfolgende Auflistungen sind natürlich wetterbedingt abhängig, Für jenen, der nicht ALLES im Herbst/Spätherbst schafft, wird deswegen auch keine Welt zusammenbrechen, viele Tätigkeiten lassen sich auch noch im Winter und im Frühjahr durchführen:

Pflanzen und umpflanzen

Im Herbst bietet sich die Neu- und Umpflanzung verschiedener Gehölze und Sträucher an. Es liegt in Ihrem Ermessen, Bäume umzupflanzen, vielleicht weil sich in Ihrem Garten ein besseres („besonnteres“ oder „geschützteres“) Plätzchen anbietet oder Sie wollen sich einfach eine andere Struktur im Garten zulegen. Im Herbst wird die Temperatur noch nicht so herunterfallen, dass dies der Pflanze schadet und teilweise sind auch Regenfälle zu erwarten. Dies sind günstige Voraussetzungen, so dass sich Ihre Pflanzen am neuen Standort eingewöhnen und heuer noch anwurzeln können.

Zwiebeln setzen

Krokusse, Narzissen, Tulpen, Schneeglöckchen und Hyazinthen können ab September bis zu den ersten frostigen Nächten gepflanzt werden. Die meisten Zwiebeln sollten doppelt so tief gesetzt werden, wie sie groß sind, ein bisschen reifen Kompost um die „Pflanzgrube“ wird ihnen im Frühjahr eine Starthilfe geben. Die Zwiebel sollen mit der Spitze nach oben eingesetzt werden.

Solche Pflanzen sind nicht nur eine Augenweide, sie sind auch die ersten Futterquellen für unsere Insekten.

Im Gegensatz zum „Zwiebeln setzen“ sollte man die Knollen der Dahlien vor dem Winter ausgraben und im Haus luftig lagern. Dahlien kann man nur schwer im Garten überwintern.

Hecken schneiden

Kahle, vergreiste, beschädigte Stellen in der Hecke sollten Sie ausschneiden. Auch hier gilt, Licht und Luft soll in die Hecke und das Holz soll „verjüngt“ werden. Anders, als beim Obstbaumschnitt ist das Einkürzen der Triebe von Vorteil. Der Trieb verzweigt sich und die Hecke wird wieder dichter. Erst bis zum Johannistag (24.Juni) sollte die Hecke etwas stärker zurückgeschnitten werden.                   

Das Schnittgut könnte man im Garten in einer Ecke aufhäufen und mit Laub zudecken, wir sollten im Winter auch ein bisschen auf die Igel, Mauswiesel u.dgl. oder sonstige Nützlinge denken, die bräuchten auch ein zu Hause.

Blüten-, und Ziersträucher schneiden

Die meisten Blüten- und Ziersträucher können sogar bis zu einem Viertel ihrer Höhe eingekürzt werden. Man sollte aber zwischen Früh-, Sommer- bzw. Herbstblühern unterscheiden. Frühblüher setzten ihre Blütenknospen bereits in diesem Jahr an und ein Schnitt sollte eher vorsichtig sein, damit man nicht zu viele Blütenknospen wegschneidet.

Frühjahrsblüher: Frühblühender Flieder, verschiedene Hasel (gemeine- u. Korkenzieherhasel), Weigelie, Deutzien, Forsythien, Rhododendren, Heidelbeeren, Hollunder, Magnolien, Pfingstrosen usw…

Sommer- und Herbstblüher: Abelie, Hibiskus, Hortensien, Lavendel, Flieder, Rosen, Sommerflieder, Pfeifenstrauch, Spierstrauch, Stachelbeeren, Weigelie usw.

Winterblüher: Cornelkirsche, Sal-Weide, Mahonie, Seidelbast, Winter-Schneeball usw….

Der Spierstrauch, der Fünffingerstrauch, die Bartblumen und das Johanniskraut kann jährlich auf die halbe Pflanzenhöhe gekürzt werden.

Einen sehr starken Gehölzschnitt bis auf Bodennähe kann man bei verschiedenen Hortensien- und Weiden-Arten oder auch bei Ginster, Sommerflieder und Weidenkätzchen durchführen.

Frühjahrsblüher und Winterblüher werden nach der Blüte, Sommerblüher und

Herbstblüher werden vor dem Austrieb geschnitten.

Schneebruchgefährdete Sträucher sollte man zusammenbinden.

Auch das Schnittgut der Blüten- und Ziersträucher – aufgehäuft in einem stillen Teil des Gartens – kann gut als Unterschlupf für Nützlinge dienen.

Rasenpflege

Man kann beobachten, dass der Rasen im Herbst einfach nicht mehr oder langsamer wächst. Auch der Rasen geht in die Vegetationsruhe. Jetzt ist es angebracht, den Rasen ein letztes Mal zu mähen. Die Laubbäume/Obstbäume haben ihr Laub abgeworfen. Das Laub sollte vollständig entfernt werden, sodass der Rasen im Frühjahr unter dem Laub nicht „erstickt“. Sollte es sich dabei um gesundes Laub handeln (kein Schorf, keine Pilzkrankheiten), kann das Laub mitgemäht und somit zerkleinert werden. Das Schnittgut kann unbedenklich unter die Sträucher als Mulch unter die Zier- oder Fruchtsträucher verteilt werden, eine Schaufel abgelagerten Kompost darunter und der Start für das neue Jahr ist perfekt…

Den Rasen selbst kann man nach dem letzten Rasenschnitt mit einem Kaliumdünger (Patentkali) düngen, dies macht ihn frostresistenter und festigt das Pflanzengewebe im Allgemeinen.

 Weiters: Falls nötig, Beete mit Reisig abdecken und frostempfindliche Pflanzen sollten man (am besten mit einem Jutegewebe) einpacken. Die Gemüsebeete können mit Reisig abgedeckt werden. Topfpflanzen sollte man an einem hellen, aber nicht zu warmen Ort überwintern.

Die Obsternte ist abgeschlossen. Ein Großteil der Früchte wird im September und Oktober geerntet. Der Ertrag soll heuer allerdings deutlich niedriger ausfallen, als im vergangenen Jahr. Die Bäume sind im Rastjahr, das heißt, die Bäume bilden generell weniger Obst aus als im Rekordjahr 2018.

Die am Baum verbliebenen Fruchtmumien gehören vom Obstbaum. Die Fruchtmonilia (Pilzkrankheit) überwintert in diesen Früchten. Der Pilz verhindert das Abfallen der befallenen Früchte und verursacht teilweise große Schäden durch Blütenbefall und Fruchtholzbefall (Triebspitzenmonilia).

Was kann ich im Winter für meinen Garten tun:

Isolierung für den Stamm:

Der beste Schutz gegen Frostrisse ist eine Schattierung mit Rohrmatten, Stroh oder Jutegewebe. Dies schützt auch weitgehend gegen Wildverbiss. Einfacher und schneller ist allerdings ein Weißanstrich mit einer speziellen Kalkmilch oder einem Lehmanstrich aus dem Gartenfachhandel. Gefährdet sind spätfrostempfindliche Obstbäume mit glatter Rinde wie Walnuss, Pfirsich, Pflaume und Kirsche sowie junges Kernobst. Ältere Apfel- und Birnbäume besitzen dagegen eine relativ dicke Borke. Sie wirkt auf natürliche Weise temperaturisolierend und reduziert die Gefahr von Spannungsrissen.

 Weißanstrich um Frostrisse und Schädlingen vorzubeugen. (Kalkmilch)

Der helle Farbton reflektiert das Sonnenlicht und verhindert damit, dass sich die Rinde zu stark aufheizt. Optimal ist der Spätherbst und ein nochmaliger Anstrich im Februar an einem frostfreien Tag. Damit der Kalkanstrich schnell trocknet, sollte es sonnig sein. Zur optimalen Anwendung die Baumrinde vor dem Auftragen des Weißanstriches von loser Rinde, Moosen und Flechten befreien. Am besten gelingt das mit einer Drahtbürste. Weißanstrich gibt es überall zu kaufen, kann jedoch auch selbst hergestellt werden:

Kalkmilch:

Zur Herstellung benötigt man Wasser, Branntkalk und Kleister im Gewichtsverhältnis 8:2:1. Das Gemisch sollte so lange verrührt werden, bis es einer cremigen Emulsion gleicht. Nach dem Rühren sollten Sie den Kalkanstrich noch mindestens zwei Stunden quellen lassen, um die Haftung an der Rinde zu gewährleisten.

Der Weißanstrich wird im Laufe einer Vegationsperiode abgewaschen und düngt den Baum.

Lehmanstrich:

Ein altes Rezept besteht aus:

5 kg Lehm (oder Lehmpulver) erhältlich z.B. beim Lagerhaus oder z.B. einem Ziegelwerk
5 kg Kuhmist (Kuhfladen getrocknet), die man mit Ackerschachtelhalmbrühe (selbst angesetzt oder gekauft) zu einem streichfähigen Brei vermischt.

Weitere pflegende und krankheitshemmende Zusätze können sein:                      Gesteinsmehl z.B. Lagerhaus 10 kg. € 5,29
Algenkalk z.B. Dehner 1,75 kg. € 6,99
Wermut- oder Rainfarntee (aus dem eigenen Garten)

Autor: Miller Joe


Fachbeirat f. d. Landesverband der Kleingärtner Salzburg