Schnitt der Pfirsichbäume

Süß- und Sauerkirschen, Frühzwetschken, Pfirsich und Marillen sollten nach der Ernte bis spätestens Anfang September geschnitten werden.

Der Schnitt der Pfirsichbäume

Am stärksten wird der Pfirsichbaum geschnitten, fast so stark wie der Rebstock, sonst vergreist der Baum in wenigen Jahren. Die Äste haben lange Kahlstellen und wachsen und blühen nur noch an den Zweigspitzen.

Schnittzeitpunkt

Pfirsichbäume können zur Zeit des stärksten Knospenschwellens und sogar während der Blüte geschnitten werden. Ansonsten werden sie nach der Ernte geschnitten.

Abb. 1

Die Pfirsichknospen

Wir unterscheiden Trieb-, Blatt- und Blütenknospen. Die Holztriebe haben nur die spitzen Triebknospen.
Die „wahren“ Fruchttriebe haben Triebknospen und die runden Blütenknospen.
Die „falschen“ Fruchttriebe haben nur die runden Blütenknospen.

Abb. 2

Wechselschnitt: Wahre Fruchttriebe stehenlassen, falsche Triebe – Rückschnitt auf 2 Augen.

Abb. 3
Abb. 4

Wer sich beim Schnitt bzw. beim Erkennen der Triebe nicht sicher ist, der warte bis unmittelbar vor den Zeitpunkt des Knospenschwellens im Frühjahr (Februar, März). Zu diesem Zeitpunkt sind die Vorratsstoffe, welche in der Vegetationsruhe über den Winter eingelagert wurden, bedingt durch den wieder begonnenen Saftstrom in den Triebspitzen – ungeachtet der Außentemperatur – sind zu diesem Zeitpunkt zwischen 30 und 50 % vorhanden. Resultierend auf den „Nichtschnitt“ der wahren Fruchttriebe stehen diese Vorratsstoffe dem wahren Fruchttrieb zur Gänze zu Verfügung und der (Wechsel-)-schnitt an den falschen Fruchttrieben und Holztrieben wirkt sich triebberuhigend aus. Das heisst:
Die wahren Fruchttriebe gehen in die Blüte/Frucht und werden im nachfolgenden Jahr weggeschnitten oder eingekürzt. Die auf zwei Knospen zurückgeschnittenen Falschen Fruchttriebe oder Holztriebe werden (hoffentlich) im kommenden Jahr zu wahren Fruchttriebe und werden dann im Sinne des Wechselschnittes wieder eingekürzt oder als wahrer Fruchttrieb zur Gänze stehen gelassen.

Für uns Kleingärtner ist dies besonders wichtig, da der Baum

  • nicht zu wuchtig wird
  • in der Höhe und Breite reguliert werden kann,
  • der Alternanz und Vergreisung des Baumes vorgebeugt wird und
  • die Fruchtäste nah am Stamm, bzw. nah an der Stammverlängerung und nah an den Leitästen „gehalten“ werden kann.

Joe Miller
zertifizierter BAUMWART für Obstbaumpflege, Fruchtstrauchschnitt, Sortenumveredelungen, Bodenkunde, Schädlingsbekämpfung.